Grüne Südweststadt, Stadtgärtnern
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Alles im Topf!

"Radislaei" - ein Kind hat den Radieschentopf beschriftet

Kinder sind die besten Coaches. Da hab ich zwar in der Vorbereitung zu „Tomaten auf die Balkone!“ schön anschauliche Bildchen gemalt – aber der einführende Teil wurde dann doch so lang, dass er prompt in der Rückmeldung mit „langweilig“ kommentiert wurde.

"langweilig"

Botschaft angekommen, so geht’s nicht noch mal, versprochen 🙂

Aber: Es war eine erstaunlich große Runde heute. Dass einige Kinder kommen, das wurde angekündigt. Die 85jährige Seniorin, die trotz Regen losradelte, kam spontan. Sie hatte einiges zu erzählen: Wie sie seit Jahren ihre Samen selbst erntet („Früher hat man das immer so kompliziert gemacht mit Einweichen der Samen. Ach was! Dünn auf Papiertaschentücher legen, trocknen lassen. Zum Aussäen das oberste Papier abnehmen. In der Erde verrottet das. Viel einfacher!“). Dass Freunde ihr schon aus aller Welt Samen mitgebracht haben. Wie schnell die ausgegeizten Triebe im Wasser Wurzeln ziehen, gepflanzt werden können, und man so zu noch mehr Tomaten kommt. Wie sie ihre Sämlinge mit dem Wäschesprenger immer schön feucht hält. Da gab es zwar leicht protestierendes Gemurmel einer Seniorin ein paar Sitze weiter, aber so wirklich wollte sich diese nicht zur Tomatenanzucht äußern.

Gänseblümchen und Tomaten

Es gab Kinder, die hatten schon mit ihren Eltern ausgesät und wussten, auf was es ankommt: Wärme, Sonne, Wasser – aber nicht zu viel!

Schildchen mit "Regen", "Sonne", "Gießkanne", "Regenschirm" und Tomaten auf einem Teller

Und es gab die Kinder, die irgendwann zappelig wurden, bis es endlich losging mit Töpfchen, Erde, Samen, Wasser. Von der Reisetomate hätte ich besser gleich vier Päckchen bestellen sollen, so begehrt war die.

Aussaattisch mit Samen und Töpfchen

*Schwupp* landete eine Handvoll Radieschensamen im Topf, *schütt* kamen die feinen Möhrensamen mit Schwung aus der Packung auf die Erde.

Lerneffekt Numero zwei: Bei so einer Veranstaltung nur eine Gemüsesorte anbieten. Und das mit dem „1 Töpfchen – 1 Same“ vorher trocken üben. Wobei vermutlich die Devise eher lautet: Nicht das Kind ändern, sondern die Methode. Vielleicht basteln wir das nächste Mal Samenbomben? Da ist das mit den Mengen ein bisschen einfacher zu handhaben.

Begehrt waren auch mitgebrachtes, selbst geerntetes Saatgut: Kürbis, Tagetes – und Sonnenblumenkerne direkt aus der trockenen Blüte.

Sonnenblumenkerne für die Kinderhand

Ganz wichtig: Beschriften nicht vergessen. Denn irgendwann ist der Überblick verloren. Ein Job, den die Kinder gerne übernommen haben.

Schildchen "Sonenplumen" und "Salattomate"

Es war ein lustiger Nachmittag. Ich war hinterher zwar etwas platt, aber was mir wirklich gut gefallen hat: Die Mischung der Generationen. Dass diese Seniorin vorbeikam und in den Gesprächen am Rande den Unerfahrenen wertvolle Tipps aus 65 Jahren Gärtnern gab. Dass Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims im Haus vorbeischauten und auch noch ein Töpfchen aussäten. Dass die Kinder staunen konnten, über die vielen unterschiedlichen Tomatensorten, die es gibt. Und dass sie sich hoffentlich bald über „Radislaei“ freuen.

Aussaatschälchen


Weiter geht es mit der „Grünen Südweststadt“ am Sonntag, 20.3. um 14 Uhr, wieder im Grünen Zimmer des Bürgerzentrums. Was wir genau machen, geben wir noch bekannt. Wer heute mitgemacht hat, darf gerne seine Töpfchen zum Zeigen mitbringen. Wir wollen ja wissen, was wächst (und ob dieses Experiment mit der Dachgarten-überwinternden Tomatenfrucht komplett in der Erde klappt)

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