Autor: Susanne Butz

Biene, voll mit Pollen, im Anflug zur Löwenzahnblüte

„Insektenhotel“ oder „Nisthilfen“ – wie helfen wir Bienen wirklich?

Veranstaltung im Quartiersprojekt Südweststadt Sonntag, 06.05.2018, 14 Uhr Mitmach-Laden Südwest, Mathystraße 12, Karlsruhe-Südweststadt Sie sind niedlich anzusehen, dank Anleitungen in Büchern und im Internet sind sie einfach nach zu basteln – und wer nicht das Talent hat, Kiefernzapfen und Strohknäuel hinter Hasendraht zu sperren, bekommt eine hübsche Auswahl in Baumärkten und Gartencentern: Insektenhotels. Sie sind schwer in Mode. Wer möchte nicht den Insekten helfen? Wir lesen und hören immer wieder, dass der Bestand an Bienen, Schmetterlingen und Käfern massiv abgenommen hat. Und damit auch die Nahrungsgrundlage unserer Singvögel, unserer Igel, unserer Fledermäuse. Auch die Bestäubung zahlreicher Obst- und Gemüsepflanzen ist gefährdet. Doch wer sich näher mit den Bedürfnissen dieser Insekten beschäftigt, merkt, dass mit diesen Insektenhotels – womöglich noch inmitten eines sauberen Kiesgartens – nicht viel geholfen ist. Wenn Käfer normalerweise in Totholz, verrottendem Laub und in der Erde leben, dann sind Kiefernzapfen kein attraktives Angebot. Wenn manche unserer Wildbienen in sauber ausgenagten Käfergängen in Hartholz nisten, dann sind Löcher in schnell aufquellendem Weichholz nur die vierte Wahl. Und wussten Sie schon, dass 70% unserer…
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Riesenschlupfwespe an einem Holzzaun

Exkursionen mit Biodiversitätsbotschafter/-innen

Nachdem die PH Karlsruhe die Weiterbildung NaDiQuAk recht abrupt beendete, ohne dass noch ein Abschlusszertifikat möglich war, beschloss ich 2017, die Weiterbildung der NABU-Landesverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zur Biodiversitätsbotschafterin mitzumachen. Das Projekt „Lebensader Oberrhein“ bringt die vielfältigen Landschaften im Altrheingebiet zwischen Bingen und Iffezheim näher. „Von nass bis trocken“ – auf relativ kleinem Raum finden wir eine erstaunliche biologische Vielfalt. Einige der Teilnehmer*innen bieten nun im Rahmen des NABU Karlsruhe Themen-Exkursionen an. Fast alle sind in Karlsruhe selbst (ja, da guckt Ihr! Hier gibt es nicht nur Baustellen!), ansonsten in unmittelbarer Umgebung. Die Exkursionen werden auf der Website des NABU Karlsruhe vorgestellt, auch die Anmeldung ist darüber möglich: www.nabu-ka.de/aktuelles/biodiversitaetsbotschafter/ Das Projekt Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken hat natürlich ebenfalls eine eigene Website: https://lebensader-oberrhein.de Beitragsbild: Geknipst bei einer Exkursion im Naturschutzgebiet Hirschacker im Norden Schwetzingens. Es ist eine Schlupfwespe, die am Holzzaun nach Wirtslarven sucht, um ihre Eier abzulegen.  

Kirschlorbeerhecke

Chance vertan.

Drei Ecken weiter. Ein altes Haus. Im dazugehörigen großen Garten Sträucher, Hecken, alte Bäume. Blumenbeete. Auf Google Earth ist der Beginn des Plattmachens festgehalten, die Bäume und Sträucher im Vorgarten schon weg. Das alte Haus wurde abgerissen, das Grün weggebracht, eine riesige Baugrube entstand. Direkt nebendran eine Doppelhaushälfte. Auch hier viel Grün, alte Bäume hinten, Hecke – und ein vernachlässigtes Blumenbeet im Vorgarten. Kurz nach Beginn der Bauarbeiten nebenan auch hier Abräumen, Maschinen, Handwerker. Das Haus wurde saniert, erweitert, aufgestockt. Die Doppelhaushälfte war schneller fertig als der Neubau des Mehrfamilienhauses nebendran. Der Vorgarten wurde bepflanzt. Eine Vielfalt mit insektenfreundlichen Pflanzen. Die Stauden natürlich noch klein, aber es blühte die ganzen Monate etwas. Da hat sich jemand Gedanken gemacht. Vertrocknete Staudenstängel durften nun über Winter auf dem Beet bleiben, die Fetthenne trägt noch ihre Blütenstände. Schneeglöckchen und die ersten Krokusse blühen, die nächsten Zwiebelpflanzen schieben ihre Blätter ins Licht. Der Borretsch wird allmählich zum Humus. Wollziest. Drei unterschiedlich farbige Heuchera leuchten aus der Mitte. Mutterkraut an der Seite, und natürlich kommt auch hier das Schaumkraut als…
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Nachtbild: Fuchs, sucht in der Erde

Erwischt!

Schuld war der Igel. Irgendwann im Oktober hörte ich es wieder am Katzenfutter schmatzen, als ich noch draußen saß, darauf wartend, dass Madame endlich mal auffrisst. Ob es wohl mehr als einen gab? Die Nachbarin hatte im Frühjahr drei Kleine von der Igelstation zum Auswildern bekommen. Irgendwo müssen die ja geblieben sein. Wildkamera ausgeliehen. Einzelnes Igelchen drauf gesehen. Die ausgeliehene Wildkamera war mies, der Käufer von der Sorte „warum mehr Geld für Qualität ausgeben, wenn ich es auch schlecht in billig haben kann“. Im November stand das für den Igel gerichtete Katzenfutter morgens unberührt. Igel jetzt im Winterschlaf? Und wenn er wieder aufwacht und es ist kein Futter da? Und überhaupt: Was tummelt sich hier eigentlich des Nachts? Ich hatte ja nun eine preisliche Vorstellung, was etwas taugen könnte. Montiert, angeschaltet, am nächsten Tag durchgeklickt: Oh. Na sowas. Tagsüber getestet. Dank des Zeitstempels entdeckt, wie häufig die Stare hier zum Futtern einfallen (die Bande frisst mir noch die Haare vom Kopf). Blickwinkel geändert. Natürlich das Eichhörnchen erwischt. Leider wurde das nächste Bild erst 10 Minuten…
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Eichhörnchen vor dem Futterautomaten. Es schaut nach unten. Der Futterkasten hängt an einer Fichte.

Klopf. Klopf.

[Klopf] Vor ein paar Wochen saß ich im Garten. [Klopf] [Klopf] [Klopf] Samstag nachmittags. [Klopf] [Klopf] Klar, es werkelt hier immer irgendwo irgendjemand in der Gegend rum. [Klopf] Aber was machten die da? Das war kein Holzhacken. Das kam auch nicht von der Autowerkstatt zwei Häuser weiter. [Klopf] [Klopf] [Klopf] Überprüfte das Friedhofspersonal die Grabsteine? Das ist ja hin und wieder zu sehen, die Aufkleber mit dem Hinweis, dass der Grabstein sturzgefährdet ist und entfernt wird, wenn das nicht behoben wird. [Klopf] [Klopf] Klänge das aber nicht anders? [Klopf] Irgendwann ging ich in die Richtung, aus der das Geräusch kam… … und schreckte das Eichhorn auf, das sich am Futterautomaten bediente. Achjeh. Kurzzeitgedächtnis. Wer Eichhörnchen Futter bietet, muss halt mit Klopfen rechnen. [Klopf] [Klopf] Ich hatte mir das im letzten Winter schon vorgenommen, so ein Futterhäuschen zu kaufen. Nachdem der Frost im späten Frühjahr nicht nur die Obstblüten, sondern auch die Blüten der Walnussbäume dahinraffte, war erst recht klar, dass es ein paar Zugaben braucht. Es ist ja nicht so, dass sie sich nicht auch…
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Hornveilchen, lila-weiße Blüte

Boah, blühen die lang (Trockenheitsprofitierungsgedöns)

Dass das diesjährige Frühjahr so sehr trocken war, hat eine äußerst erfreuliche Seite: Wenig Schnecken. Nicht wie sonst hunderterweise bei der morgendlichen Absammelei. Nicht wie sonst am besten zweimal am Tag in die Astern gucken, damit die überhaupt eine Chance haben. Tatsächlich kommen die Ringelblumen ungeschützt über ihr Keimstadium hinaus. Selbst nach einigen Regentagen habe ich erst jetzt mehrere Exemplare ihrem Nahrungsziel entnehmen müssen – davor tauchte vereinzelt mal eine auf. Und die erstaunlichste Erkenntnis: Wenn Sie dürfen, wie sie wollen und können – dann blühen Hornveilchen ja echt superlange! Vielleicht ist der einzige Vorteil des zur Trockenheit und Hitze neigenden Klimawandels: Weniger Schnecken. Ich träume mal von einem bunten Hornveilchenbeet, monatelang eine Blüte nach der anderen schiebend. Gaissmayer, meine Finger zucken schon vor Klickbegier.

Biene auf Oreganoblüte

Es summt!

Kiesgärten sind ja in. Zwei Häuser weiter, zum Beispiel: Einmal rosamelierter Vorgarten, einmal ursprünglich knallweißer, jetzt vergrauter Kies. Vermutlich, um Arbeit zu sparen – aber Laub und Dreck sammeln sich trotzdem. Schön ist das nicht. Gartenzeitschriften wie „Mein schöner Garten“ erklären, wie tote Steinwüste geht und bekommen 119 Facebook-Likes. Ich sitz hingegen auf meiner Terrasse, kann beobachten, wie die Blattschneiderbiene einen der Blumenkästen als Nistplatz aussucht. Wie die Stieglitze den verblühten Rauen Löwenzahn im Nachbarsgarten gemütlich verputzen. Bestaune das Geschwirre um Oregano, Minze und Borretsch, die sich im Garten überall ausbreiten. Ich freue mich am Getummel im Mohn. Und freue mich über die Farben. Welch winzige Wildbienen es gibt! Feldwespen holen sich in den bereitgestellten Tellern Wasser für Nestbau und Brutpflege. Im Kasten mit dem Verlängerungskabel hat sich ein recht friedliches Wespenvolk eingenistet. Vermutlich die Mittlere Wespe, sie macht mir nicht den Gefallen, mal ruhig den Kopf zu zeigen. Und bin jedesmal über die Lautstärke der zahlreichen Honigbienen im Wilden Wein erstaunt. Da geht’s aber ab! Im Frühjahr flatterten Aurorafalter (auf der anderen Albseite wächst…
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Plätzchenform (eine Tanne) gefüllt mit Vogelfettfutter. Hängt an einem alten Fensterladen.

Vogelfutter selbst gemacht

Früher gab es im Winter Meisenknödel und ungeschälte Sonnenblumenkerne, um Vögel zu füttern. Heute bekommen Sie selbst im Drogeriemarkt und bei Discountern verschiedenste Futtermischungen und Fettknödel. Bei Raiffeisen, in Baumärkten und in manchen Gartencentern finden Sie sogar das ganze Jahr eine breite Auswahl und jede Menge Futtervorrichtungen. Getrocknete Mehlwürmer in Erdnussbutter – braucht es das? Wieso gibt es solche Preisunterschiede zwischen Discounter und Fachhandel? Warum ist selbst gemachtes Fettfutter im Zitronennetz gefährlich? Welches Für und Wider gibt es für das eingesetzte Fett? Kommen Sie zur nächsten Veranstaltung der „Grünen Südweststadt“ in Kooperation mit dem Quartiersprojekt Südweststadt zu Vogelfutter selbst gemacht! Am Sonntag, 4.12.2016, treffen wir uns wieder um 14 Uhr im Bürgerzentrum Südweststadt (Friedensheim), Redtenbacher Straße 10-14, Karlsruhe. Wir werden mit Rindertalg, einer Mischung aus Kernen, Samen und Haferflocken und einem kleinen Schuss Öl Futterplätzchen zum Aufhängen herstellen. So wissen Sie, dass Ihre Vögel gutes Futter mit viel Energie bekommen. Die Veranstaltung ist kostenlos, für das Material bitte ich um einen Kostenbeitrag. Mehr Infos? Gerne Warum überhaupt füttern? Die Meinungen, ob und wie Gartenvögel gefüttert…
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Tisch mit Gemüse und Obst: Kartoffeln, Kürbisse, Sellerie, Rote Bete, Äpfel, Birnen und ein paar Rosskastanien

Herbstgenüsse – Kürbis, Kartoffeln, Kastanien

Im Herbst schöpfen wir aus dem Vollen: Was im Frühjahr gesät und im Sommer gehegt und gepflegt wurde, ist jetzt erntereif. Kürbisse leuchten in Orangetönen, Kartoffeln kommen braun, rot und lila aus der Erde, späte Möhren können geerntet werden. In der Pfalz fallen die „Keschde“ (Esskastanien) von den Bäumen. Auf dem Markt ist das Gemüse und Obst in dieser Saison vielfältig und preiswert. Bei unserer nächsten Veranstaltung der „Grünen Südweststadt“ in Kooperation  mit dem Quartiersprojekt Südweststadt geht es deshalb um Herbstgenüsse – Kürbis, Kartoffeln, Kastanien. Am Sonntag, 16. Oktober 2016, treffen wir uns um 14 Uhr – diesmal wieder im „Grünen Zimmer“ des Bürgerzentrums Südweststadt, Redtenbacherstraße 10-14 (Friedensheim), Karlsruhe-Südweststadt. Was stellen Sie mit dieser Fülle an? Lagern Sie ein? Kennen Sie ein Rezept für Kürbissuppe ganz ohne Ingwer? Wie wäre es mit einigen Gläsern selbstgekochtem Apfel-Birnen-Mus im Keller? Gehören Sie zu den Geduldigen, die Apfelringe und Zwetschgenhälften trocknen, um im Winter davon zu naschen? Sammeln Sie Samen von den schönsten Früchten? Wir sind wieder mal neugierig! Bringen Sie Ihre Erfahrungen und Ideen mit. Wenn Sie…
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Wespen bei der Paarung

Wespensex

Kopulierende Marienkäfer gibt es häufiger zu sehen, kopulierende Wanzen erst recht. Aber Wespen? Im Lerngarten der PH warteten wir gerade auf das Ergebnis aus dem Holzbackofen, als irgendetwas Unförmiges quasi vom Himmel fiel. Oh. Wespensex. Sie drehten sich. Drehten sich. Das Männchen sehr gelenkig, sie machte sich irgendwann davon, und er schien ein bisschen belämmert. Er hat seine Schuldigkeit getan, bald segnet ihn das Zeitige. RIP. Die junge Königin überwintert. Und nächstes Jahr gibt’s wieder neue Mückenjägerinnen, Marmeladeschlotzerinnen, Fleischerbeuterinnen. (Ich mag nichts Falsches erzählen, aber ich denke, das sind „Gemeine Wespen“/Vespula vulgaris. Sie gehören zu den häufigsten Wespen in Mitteleuropa: www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/001/00081-gemeine-Wespe/MZ00081-gemeine-Wespe.html)