Autor: Susanne Butz

Kirschlorbeerhecke

Chance vertan.

Drei Ecken weiter. Ein altes Haus. Im dazugehörigen großen Garten Sträucher, Hecken, alte Bäume. Blumenbeete. Auf Google Earth ist der Beginn des Plattmachens festgehalten, die Bäume und Sträucher im Vorgarten schon weg. Das alte Haus wurde abgerissen, das Grün weggebracht, eine riesige Baugrube entstand. Direkt nebendran eine Doppelhaushälfte. Auch hier viel Grün, alte Bäume hinten, Hecke – und ein vernachlässigtes Blumenbeet im Vorgarten. Kurz nach Beginn der Bauarbeiten nebenan auch hier Abräumen, Maschinen, Handwerker. Das Haus wurde saniert, erweitert, aufgestockt. Die Doppelhaushälfte war schneller fertig als der Neubau des Mehrfamilienhauses nebendran. Der Vorgarten wurde bepflanzt. Eine Vielfalt mit insektenfreundlichen Pflanzen. Die Stauden natürlich noch klein, aber es blühte die ganzen Monate etwas. Da hat sich jemand Gedanken gemacht. Vertrocknete Staudenstängel durften nun über Winter auf dem Beet bleiben, die Fetthenne trägt noch ihre Blütenstände. Schneeglöckchen und die ersten Krokusse blühen, die nächsten Zwiebelpflanzen schieben ihre Blätter ins Licht. Der Borretsch wird allmählich zum Humus. Wollziest. Drei unterschiedlich farbige Heuchera leuchten aus der Mitte. Mutterkraut an der Seite, und natürlich kommt auch hier das Schaumkraut als…
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Nachtbild: Fuchs, sucht in der Erde

Erwischt!

Schuld war der Igel. Irgendwann im Oktober hörte ich es wieder am Katzenfutter schmatzen, als ich noch draußen saß, darauf wartend, dass Madame endlich mal auffrisst. Ob es wohl mehr als einen gab? Die Nachbarin hatte im Frühjahr drei Kleine von der Igelstation zum Auswildern bekommen. Irgendwo müssen die ja geblieben sein. Wildkamera ausgeliehen. Einzelnes Igelchen drauf gesehen. Die ausgeliehene Wildkamera war mies, der Käufer von der Sorte „warum mehr Geld für Qualität ausgeben, wenn ich es auch schlecht in billig haben kann“. Im November stand das für den Igel gerichtete Katzenfutter morgens unberührt. Igel jetzt im Winterschlaf? Und wenn er wieder aufwacht und es ist kein Futter da? Und überhaupt: Was tummelt sich hier eigentlich des Nachts? Ich hatte ja nun eine preisliche Vorstellung, was etwas taugen könnte. Montiert, angeschaltet, am nächsten Tag durchgeklickt: Oh. Na sowas. Tagsüber getestet. Dank des Zeitstempels entdeckt, wie häufig die Stare hier zum Futtern einfallen (die Bande frisst mir noch die Haare vom Kopf). Blickwinkel geändert. Natürlich das Eichhörnchen erwischt. Leider wurde das nächste Bild erst 10 Minuten…
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Eichhörnchen vor dem Futterautomaten. Es schaut nach unten. Der Futterkasten hängt an einer Fichte.

Klopf. Klopf.

[Klopf] Vor ein paar Wochen saß ich im Garten. [Klopf] [Klopf] [Klopf] Samstag nachmittags. [Klopf] [Klopf] Klar, es werkelt hier immer irgendwo irgendjemand in der Gegend rum. [Klopf] Aber was machten die da? Das war kein Holzhacken. Das kam auch nicht von der Autowerkstatt zwei Häuser weiter. [Klopf] [Klopf] [Klopf] Überprüfte das Friedhofspersonal die Grabsteine? Das ist ja hin und wieder zu sehen, die Aufkleber mit dem Hinweis, dass der Grabstein sturzgefährdet ist und entfernt wird, wenn das nicht behoben wird. [Klopf] [Klopf] Klänge das aber nicht anders? [Klopf] Irgendwann ging ich in die Richtung, aus der das Geräusch kam… … und schreckte das Eichhorn auf, das sich am Futterautomaten bediente. Achjeh. Kurzzeitgedächtnis. Wer Eichhörnchen Futter bietet, muss halt mit Klopfen rechnen. [Klopf] [Klopf] Ich hatte mir das im letzten Winter schon vorgenommen, so ein Futterhäuschen zu kaufen. Nachdem der Frost im späten Frühjahr nicht nur die Obstblüten, sondern auch die Blüten der Walnussbäume dahinraffte, war erst recht klar, dass es ein paar Zugaben braucht. Es ist ja nicht so, dass sie sich nicht auch…
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Hornveilchen, lila-weiße Blüte

Boah, blühen die lang (Trockenheitsprofitierungsgedöns)

Dass das diesjährige Frühjahr so sehr trocken war, hat eine äußerst erfreuliche Seite: Wenig Schnecken. Nicht wie sonst hunderterweise bei der morgendlichen Absammelei. Nicht wie sonst am besten zweimal am Tag in die Astern gucken, damit die überhaupt eine Chance haben. Tatsächlich kommen die Ringelblumen ungeschützt über ihr Keimstadium hinaus. Selbst nach einigen Regentagen habe ich erst jetzt mehrere Exemplare ihrem Nahrungsziel entnehmen müssen – davor tauchte vereinzelt mal eine auf. Und die erstaunlichste Erkenntnis: Wenn Sie dürfen, wie sie wollen und können – dann blühen Hornveilchen ja echt superlange! Vielleicht ist der einzige Vorteil des zur Trockenheit und Hitze neigenden Klimawandels: Weniger Schnecken. Ich träume mal von einem bunten Hornveilchenbeet, monatelang eine Blüte nach der anderen schiebend. Gaissmayer, meine Finger zucken schon vor Klickbegier.

Biene auf Oreganoblüte

Es summt!

Kiesgärten sind ja in. Zwei Häuser weiter, zum Beispiel: Einmal rosamelierter Vorgarten, einmal ursprünglich knallweißer, jetzt vergrauter Kies. Vermutlich, um Arbeit zu sparen – aber Laub und Dreck sammeln sich trotzdem. Schön ist das nicht. Gartenzeitschriften wie „Mein schöner Garten“ erklären, wie tote Steinwüste geht und bekommen 119 Facebook-Likes. Ich sitz hingegen auf meiner Terrasse, kann beobachten, wie die Blattschneiderbiene einen der Blumenkästen als Nistplatz aussucht. Wie die Stieglitze den verblühten Rauen Löwenzahn im Nachbarsgarten gemütlich verputzen. Bestaune das Geschwirre um Oregano, Minze und Borretsch, die sich im Garten überall ausbreiten. Ich freue mich am Getummel im Mohn. Und freue mich über die Farben. Welch winzige Wildbienen es gibt! Feldwespen holen sich in den bereitgestellten Tellern Wasser für Nestbau und Brutpflege. Im Kasten mit dem Verlängerungskabel hat sich ein recht friedliches Wespenvolk eingenistet. Vermutlich die Mittlere Wespe, sie macht mir nicht den Gefallen, mal ruhig den Kopf zu zeigen. Und bin jedesmal über die Lautstärke der zahlreichen Honigbienen im Wilden Wein erstaunt. Da geht’s aber ab! Im Frühjahr flatterten Aurorafalter (auf der anderen Albseite wächst…
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Plätzchenform (eine Tanne) gefüllt mit Vogelfettfutter. Hängt an einem alten Fensterladen.

Vogelfutter selbst gemacht

Früher gab es im Winter Meisenknödel und ungeschälte Sonnenblumenkerne, um Vögel zu füttern. Heute bekommen Sie selbst im Drogeriemarkt und bei Discountern verschiedenste Futtermischungen und Fettknödel. Bei Raiffeisen, in Baumärkten und in manchen Gartencentern finden Sie sogar das ganze Jahr eine breite Auswahl und jede Menge Futtervorrichtungen. Getrocknete Mehlwürmer in Erdnussbutter – braucht es das? Wieso gibt es solche Preisunterschiede zwischen Discounter und Fachhandel? Warum ist selbst gemachtes Fettfutter im Zitronennetz gefährlich? Welches Für und Wider gibt es für das eingesetzte Fett? Kommen Sie zur nächsten Veranstaltung der „Grünen Südweststadt“ in Kooperation mit dem Quartiersprojekt Südweststadt zu Vogelfutter selbst gemacht! Am Sonntag, 4.12.2016, treffen wir uns wieder um 14 Uhr im Bürgerzentrum Südweststadt (Friedensheim), Redtenbacher Straße 10-14, Karlsruhe. Wir werden mit Rindertalg, einer Mischung aus Kernen, Samen und Haferflocken und einem kleinen Schuss Öl Futterplätzchen zum Aufhängen herstellen. So wissen Sie, dass Ihre Vögel gutes Futter mit viel Energie bekommen. Die Veranstaltung ist kostenlos, für das Material bitte ich um einen Kostenbeitrag. Mehr Infos? Gerne Warum überhaupt füttern? Die Meinungen, ob und wie Gartenvögel gefüttert…
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Tisch mit Gemüse und Obst: Kartoffeln, Kürbisse, Sellerie, Rote Bete, Äpfel, Birnen und ein paar Rosskastanien

Herbstgenüsse – Kürbis, Kartoffeln, Kastanien

Im Herbst schöpfen wir aus dem Vollen: Was im Frühjahr gesät und im Sommer gehegt und gepflegt wurde, ist jetzt erntereif. Kürbisse leuchten in Orangetönen, Kartoffeln kommen braun, rot und lila aus der Erde, späte Möhren können geerntet werden. In der Pfalz fallen die „Keschde“ (Esskastanien) von den Bäumen. Auf dem Markt ist das Gemüse und Obst in dieser Saison vielfältig und preiswert. Bei unserer nächsten Veranstaltung der „Grünen Südweststadt“ in Kooperation  mit dem Quartiersprojekt Südweststadt geht es deshalb um Herbstgenüsse – Kürbis, Kartoffeln, Kastanien. Am Sonntag, 16. Oktober 2016, treffen wir uns um 14 Uhr – diesmal wieder im „Grünen Zimmer“ des Bürgerzentrums Südweststadt, Redtenbacherstraße 10-14 (Friedensheim), Karlsruhe-Südweststadt. Was stellen Sie mit dieser Fülle an? Lagern Sie ein? Kennen Sie ein Rezept für Kürbissuppe ganz ohne Ingwer? Wie wäre es mit einigen Gläsern selbstgekochtem Apfel-Birnen-Mus im Keller? Gehören Sie zu den Geduldigen, die Apfelringe und Zwetschgenhälften trocknen, um im Winter davon zu naschen? Sammeln Sie Samen von den schönsten Früchten? Wir sind wieder mal neugierig! Bringen Sie Ihre Erfahrungen und Ideen mit. Wenn Sie…
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Wespen bei der Paarung

Wespensex

Kopulierende Marienkäfer gibt es häufiger zu sehen, kopulierende Wanzen erst recht. Aber Wespen? Im Lerngarten der PH warteten wir gerade auf das Ergebnis aus dem Holzbackofen, als irgendetwas Unförmiges quasi vom Himmel fiel. Oh. Wespensex. Sie drehten sich. Drehten sich. Das Männchen sehr gelenkig, sie machte sich irgendwann davon, und er schien ein bisschen belämmert. Er hat seine Schuldigkeit getan, bald segnet ihn das Zeitige. RIP. Die junge Königin überwintert. Und nächstes Jahr gibt’s wieder neue Mückenjägerinnen, Marmeladeschlotzerinnen, Fleischerbeuterinnen. (Ich mag nichts Falsches erzählen, aber ich denke, das sind „Gemeine Wespen“/Vespula vulgaris. Sie gehören zu den häufigsten Wespen in Mitteleuropa: www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/001/00081-gemeine-Wespe/MZ00081-gemeine-Wespe.html)

Zwetschgenmarmeladegläser

Schleckermaul. Zwetschgenmarmelade für fitte Faule

„Los, Sie müssen jetzt Fotos machen, wie ich den Topf ausschlecke!“, sagte die Seniorin und schrabbte mit dem Zeigefinger die letzten Reste der Marmelade raus. Sie grinste und schaute mit großen Augen in die Kamera. Wie schade, dass die Bilder nicht zur Veröffentlichung gedacht sind. Aber die Damen aus dem Betreuten Wohnen sind ja nicht von gestern. Da existieren Tablet und Smartphone und die erste Mailadresse wurde mir schon zugetragen, um die Bilder hinschicken zu können. Wir schaffen jetzt nämlich im Doppelpack, der Mann der mir den Rücken freihält, und ich. Zuhause probierte ich schon mal im Voraus, was rasch und unkompliziert mit verschiedenen Gruppen durchzuführen ist. Zwetschgenmarmelade zum Beispiel. Anstatt – so wie es sich gehört – stundenlang die Zwetschgen zu einem dicken Mus zusammenzukochen, geht das auch per Mogelpackung. Die Zwetschgen einfach mit Apfelsaft (wahlweise Rotwein) weichkochen, pürieren und mit Gelierzucker aufkochen lassen, fertig. Das duftet schon während des Kochens verführerisch, und wenn dann die ersten Schleckversuche mit den Resten getätigt werden, kommt das „Mhhhh“. Die Damen schnippelten, erzählten von früher, von Powidl…
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Rosenblüte mit Honigbiene

Höschen voll („Mind Games“ als Bienenweide)

„Bienenfreundlich“ stand auf dem Erklärbär-Schild zur „Mind Games“. Sie ist eine rosa-weiße Strauchrose mit offenen Blüten. Die Honigbiene, die sich an Pollen und Nektar gütlich tat, war vollends damit einverstanden. Ich stand da ganz schön lang und guckte zu, wie sie immer wieder die Runde in der offenen Blüte drehte. Zwischendrin flog sie auf, schob die Pollen an den Beinchen zurecht, kam wieder. Drehte erneut ihre Runde, flog auf, schob die Pollen…. Das Pollenhöschen immer praller. Mittlerweile ärgere ich mich, dass ich sie nicht gekauft habe – sie ist in Deutschland offensichtlich nicht so verbreitet. Sie wird nicht groß, Topf hätte geklappt. Und schweren Herzens hätt ich mich arrangieren können, dass sie nur leicht riecht (Rosen, die nicht duften, ey. Ey. Echt). Gut. Vielleicht komm ich doch noch mal in’s Markgräfler Land. Aber auf der Suche, wo ich sie vielleicht doch bestellen könnte, bin ich hier gelandet: Rosen für den Hummel-Himmel. www.countrygardenroses.co.uk/shop/60-Bumblebee-Heaven