Autor: Susanne Butz

Hornveilchen, lila-weiße Blüte

Boah, blühen die lang (Trockenheitsprofitierungsgedöns)

Dass das diesjährige Frühjahr so sehr trocken war, hat eine äußerst erfreuliche Seite: Wenig Schnecken. Nicht wie sonst hunderterweise bei der morgendlichen Absammelei. Nicht wie sonst am besten zweimal am Tag in die Astern gucken, damit die überhaupt eine Chance haben. Tatsächlich kommen die Ringelblumen ungeschützt über ihr Keimstadium hinaus. Selbst nach einigen Regentagen habe ich erst jetzt mehrere Exemplare ihrem Nahrungsziel entnehmen müssen – davor tauchte vereinzelt mal eine auf. Und die erstaunlichste Erkenntnis: Wenn Sie dürfen, wie sie wollen und können – dann blühen Hornveilchen ja echt superlange! Vielleicht ist der einzige Vorteil des zur Trockenheit und Hitze neigenden Klimawandels: Weniger Schnecken. Ich träume mal von einem bunten Hornveilchenbeet, monatelang eine Blüte nach der anderen schiebend. Gaissmayer, meine Finger zucken schon vor Klickbegier.

Biene auf Oreganoblüte

Es summt!

Kiesgärten sind ja in. Zwei Häuser weiter, zum Beispiel: Einmal rosamelierter Vorgarten, einmal ursprünglich knallweißer, jetzt vergrauter Kies. Vermutlich, um Arbeit zu sparen – aber Laub und Dreck sammeln sich trotzdem. Schön ist das nicht. Gartenzeitschriften wie „Mein schöner Garten“ erklären, wie tote Steinwüste geht und bekommen 119 Facebook-Likes. Ich sitz hingegen auf meiner Terrasse, kann beobachten, wie die Blattschneiderbiene einen der Blumenkästen als Nistplatz aussucht. Wie die Stieglitze den verblühten Rauen Löwenzahn im Nachbarsgarten gemütlich verputzen. Bestaune das Geschwirre um Oregano, Minze und Borretsch, die sich im Garten überall ausbreiten. Ich freue mich am Getummel im Mohn. Und freue mich über die Farben. Welch winzige Wildbienen es gibt! Feldwespen holen sich in den bereitgestellten Tellern Wasser für Nestbau und Brutpflege. Im Kasten mit dem Verlängerungskabel hat sich ein recht friedliches Wespenvolk eingenistet. Vermutlich die Mittlere Wespe, sie macht mir nicht den Gefallen, mal ruhig den Kopf zu zeigen. Und bin jedesmal über die Lautstärke der zahlreichen Honigbienen im Wilden Wein erstaunt. Da geht’s aber ab! Im Frühjahr flatterten Aurorafalter (auf der anderen Albseite wächst…
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Plätzchenform (eine Tanne) gefüllt mit Vogelfettfutter. Hängt an einem alten Fensterladen.

Vogelfutter selbst gemacht

Früher gab es im Winter Meisenknödel und ungeschälte Sonnenblumenkerne, um Vögel zu füttern. Heute bekommen Sie selbst im Drogeriemarkt und bei Discountern verschiedenste Futtermischungen und Fettknödel. Bei Raiffeisen, in Baumärkten und in manchen Gartencentern finden Sie sogar das ganze Jahr eine breite Auswahl und jede Menge Futtervorrichtungen. Getrocknete Mehlwürmer in Erdnussbutter – braucht es das? Wieso gibt es solche Preisunterschiede zwischen Discounter und Fachhandel? Warum ist selbst gemachtes Fettfutter im Zitronennetz gefährlich? Welches Für und Wider gibt es für das eingesetzte Fett? Kommen Sie zur nächsten Veranstaltung der „Grünen Südweststadt“ in Kooperation mit dem Quartiersprojekt Südweststadt zu Vogelfutter selbst gemacht! Am Sonntag, 4.12.2016, treffen wir uns wieder um 14 Uhr im Bürgerzentrum Südweststadt (Friedensheim), Redtenbacher Straße 10-14, Karlsruhe. Wir werden mit Rindertalg, einer Mischung aus Kernen, Samen und Haferflocken und einem kleinen Schuss Öl Futterplätzchen zum Aufhängen herstellen. So wissen Sie, dass Ihre Vögel gutes Futter mit viel Energie bekommen. Die Veranstaltung ist kostenlos, für das Material bitte ich um einen Kostenbeitrag. Mehr Infos? Gerne Warum überhaupt füttern? Die Meinungen, ob und wie Gartenvögel gefüttert…
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Tisch mit Gemüse und Obst: Kartoffeln, Kürbisse, Sellerie, Rote Bete, Äpfel, Birnen und ein paar Rosskastanien

Herbstgenüsse – Kürbis, Kartoffeln, Kastanien

Im Herbst schöpfen wir aus dem Vollen: Was im Frühjahr gesät und im Sommer gehegt und gepflegt wurde, ist jetzt erntereif. Kürbisse leuchten in Orangetönen, Kartoffeln kommen braun, rot und lila aus der Erde, späte Möhren können geerntet werden. In der Pfalz fallen die „Keschde“ (Esskastanien) von den Bäumen. Auf dem Markt ist das Gemüse und Obst in dieser Saison vielfältig und preiswert. Bei unserer nächsten Veranstaltung der „Grünen Südweststadt“ in Kooperation  mit dem Quartiersprojekt Südweststadt geht es deshalb um Herbstgenüsse – Kürbis, Kartoffeln, Kastanien. Am Sonntag, 16. Oktober 2016, treffen wir uns um 14 Uhr – diesmal wieder im „Grünen Zimmer“ des Bürgerzentrums Südweststadt, Redtenbacherstraße 10-14 (Friedensheim), Karlsruhe-Südweststadt. Was stellen Sie mit dieser Fülle an? Lagern Sie ein? Kennen Sie ein Rezept für Kürbissuppe ganz ohne Ingwer? Wie wäre es mit einigen Gläsern selbstgekochtem Apfel-Birnen-Mus im Keller? Gehören Sie zu den Geduldigen, die Apfelringe und Zwetschgenhälften trocknen, um im Winter davon zu naschen? Sammeln Sie Samen von den schönsten Früchten? Wir sind wieder mal neugierig! Bringen Sie Ihre Erfahrungen und Ideen mit. Wenn Sie…
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Wespen bei der Paarung

Wespensex

Kopulierende Marienkäfer gibt es häufiger zu sehen, kopulierende Wanzen erst recht. Aber Wespen? Im Lerngarten der PH warteten wir gerade auf das Ergebnis aus dem Holzbackofen, als irgendetwas Unförmiges quasi vom Himmel fiel. Oh. Wespensex. Sie drehten sich. Drehten sich. Das Männchen sehr gelenkig, sie machte sich irgendwann davon, und er schien ein bisschen belämmert. Er hat seine Schuldigkeit getan, bald segnet ihn das Zeitige. RIP. Die junge Königin überwintert. Und nächstes Jahr gibt’s wieder neue Mückenjägerinnen, Marmeladeschlotzerinnen, Fleischerbeuterinnen. (Ich mag nichts Falsches erzählen, aber ich denke, das sind „Gemeine Wespen“/Vespula vulgaris. Sie gehören zu den häufigsten Wespen in Mitteleuropa: www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/001/00081-gemeine-Wespe/MZ00081-gemeine-Wespe.html)

Zwetschgenmarmeladegläser

Schleckermaul. Zwetschgenmarmelade für fitte Faule

„Los, Sie müssen jetzt Fotos machen, wie ich den Topf ausschlecke!“, sagte die Seniorin und schrabbte mit dem Zeigefinger die letzten Reste der Marmelade raus. Sie grinste und schaute mit großen Augen in die Kamera. Wie schade, dass die Bilder nicht zur Veröffentlichung gedacht sind. Aber die Damen aus dem Betreuten Wohnen sind ja nicht von gestern. Da existieren Tablet und Smartphone und die erste Mailadresse wurde mir schon zugetragen, um die Bilder hinschicken zu können. Wir schaffen jetzt nämlich im Doppelpack, der Mann der mir den Rücken freihält, und ich. Zuhause probierte ich schon mal im Voraus, was rasch und unkompliziert mit verschiedenen Gruppen durchzuführen ist. Zwetschgenmarmelade zum Beispiel. Anstatt – so wie es sich gehört – stundenlang die Zwetschgen zu einem dicken Mus zusammenzukochen, geht das auch per Mogelpackung. Die Zwetschgen einfach mit Apfelsaft (wahlweise Rotwein) weichkochen, pürieren und mit Gelierzucker aufkochen lassen, fertig. Das duftet schon während des Kochens verführerisch, und wenn dann die ersten Schleckversuche mit den Resten getätigt werden, kommt das „Mhhhh“. Die Damen schnippelten, erzählten von früher, von Powidl…
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Rosenblüte mit Honigbiene

Höschen voll („Mind Games“ als Bienenweide)

„Bienenfreundlich“ stand auf dem Erklärbär-Schild zur „Mind Games“. Sie ist eine rosa-weiße Strauchrose mit offenen Blüten. Die Honigbiene, die sich an Pollen und Nektar gütlich tat, war vollends damit einverstanden. Ich stand da ganz schön lang und guckte zu, wie sie immer wieder die Runde in der offenen Blüte drehte. Zwischendrin flog sie auf, schob die Pollen an den Beinchen zurecht, kam wieder. Drehte erneut ihre Runde, flog auf, schob die Pollen…. Das Pollenhöschen immer praller. Mittlerweile ärgere ich mich, dass ich sie nicht gekauft habe – sie ist in Deutschland offensichtlich nicht so verbreitet. Sie wird nicht groß, Topf hätte geklappt. Und schweren Herzens hätt ich mich arrangieren können, dass sie nur leicht riecht (Rosen, die nicht duften, ey. Ey. Echt). Gut. Vielleicht komm ich doch noch mal in’s Markgräfler Land. Aber auf der Suche, wo ich sie vielleicht doch bestellen könnte, bin ich hier gelandet: Rosen für den Hummel-Himmel. www.countrygardenroses.co.uk/shop/60-Bumblebee-Heaven

Kompostwürmer in einem großen Blumentopf ausKunststoff

Nahrung für die Pflanzen – Wurmkompost

Der Regenwurm, der Regenwurm, der dreht die ganze Erde um…. Formidable Helferlein für Garten und Gärtner_in: Pflanzenabfälle sind ihre Leibspeise – und was hintenraus kommt, bester Humus. Nur: Was tun, wenn für den großen Komposter kein Platz vorhanden ist? Küchenabfälle gibt’s in  jedem Haushalt. Statt alles in die Biotonne zu geben, wäre es doch schön, seinen eigenen Dünger für die Gemüseaufzucht daheim produzieren zu lassen? Wurmkompostierung geht auch in handlich! Geschlossene (aber belüftete!) Systeme gibt es in verschiedenen Varianten – zum Selbstbauen oder zum Kauf. Und nein: Weder zieht es unerwünschte Insekten an, noch hauen die Würmer ab, noch stinkt das Ganze – sofern Sie sich an ein paar Regeln halten. Neugierig? Kommen Sie zur nächsten Veranstaltung der „Grünen Südweststadt“ in Kooperation mit dem Quartiersprojekt Südweststadt: Wir treffen uns am Sonntag, 3. Juli 2016 um 14 Uhr im Mitmach-Laden Südwest des Badischen Landesvereins für Innere Mission in der Mathystraße 12, Karlsruhe-Südweststadt. Ich bringe so eine kleine Humusfarm mit Eisenia foetida – dem Kompostwurm – mit. Vielleicht haben Sie Lust, es nachzumachen? Viele von Ihnen kennen…
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Hummel auf Geißklee

Bei der Gräfin

Wie ich ohne Internet vor 25 Jahren von der „Gräfin von Zeppelin“ erfahren und den Weg hingefunden hatte, frag ich mich schon. Aber nun, ich hatte damals hingefunden, zur Staudengärtnerei der „Iris-Gräfin“ in Sulzburg-Laufen. Damals wie heute nicht zur „richtigen“ Zeit, denn ihre beiden Spezialitäten Pfingstrosen und Iris sind bereits verblüht. Trotzdem gibt es ordentlich zu gucken, zu staunen, zu grinsen. „Honigkuchenpferd“ wurde ich kommentiert, aber na gut. Vor’m breiten Einkauf bewahrte mich, dass sowieso nirgends mehr Platz wäre. Wie gut, dass sich phantasieren lässt. Geld lässt sich jedoch prima im Shop mit Buchladen und allerlei Gartenkram sowie im Liliencafé lassen. Wunderbarster Birne-Schmand-Kuchen (wie früher in Freiburg im Stühlinger, im Café um die Ecke), guter Kaffee. So lässt sich der immer wiederkehrende Regen auf’s Trefflichste aussitzen. Letztendlich macht Regen nix, Frau besitzt die passende Kleidung, für’s Knipsen nen Schirmträger und für gar zu verdunkelte Bilder die Software. Wer die Staudengärtnerei selbst besuchen möchte: Sie liegt in Südbaden/Markgräflerland, in Sulzburg-Laufen. Dort, wo die Deutsche Weinkönigin 2015 herstammt, Josefine Schlumberger. Aktuelles, Gartenratgeber, Angebote und den Katalog finden…
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bepflanzte Baumscheibe mit Stauden und einem Schild "Hier ist kein Hundeklo!"

Kleine Gärtchen auf den Baumscheiben

„Straßenbegleitgrün“ – das ist der Fachbegriff für bepflanzte Flächen am Straßenrand, in der Mitte eines Kreisverkehrs, zwischen Parkbuchten. „Grünbeton“, nennt ein Kollege das robuste Dickicht, das zäh und unbeirrt Autoabgase, Staub, Hundekot, abgestellte Fahrräder und hingeworfenen Sperrmüll verkraftet. „Baumscheibenbepflanzung“ ist die etwas poetischere Bezeichnung für das Bemühen, das kleine Fleckchen Grün etwas persönlicher zu gestalten. Und die Baumscheibenbepflanzung ist das Thema für unsere nächste Veranstaltung der „Grünen Südweststadt“ in Kooperation mit dem Quartiersprojekt Südweststadt! Achtung! Neuer Ort: Am Sonntag, 29.5.2016 um 14 Uhr treffen wir uns nämlich vor dem neuen Quartiersladen in der Mathystraße 12. Der Badische Landesverein für Innere Mission, Träger des Quartiersprojekts Südweststadt, eröffnet im Juni hier einen Treffpunkt für die Nachbarschaft. Was liegt also näher, als direkt vor Ort an einem Grünstreifen aufzuzeigen, was bei einer Bepflanzung am Straßenrand zu beachten ist? Bitte bringen Sie mit: Handschuhe, falls Sie ein bisschen mitbuddeln wollen Fotos Ihrer eigenen Baumscheibenbepflanzung, falls Sie schon aktiv sind gute Laune und vielleicht ein kleines Klapphöckerchen, da wir dort noch keine Stühle haben werden. Die Veranstaltung ist kostenlos. Ich…
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