Alle Artikel mit dem Schlagwort: Seniorinnen

Zwetschgenmarmeladegläser

Schleckermaul. Zwetschgenmarmelade für fitte Faule

„Los, Sie müssen jetzt Fotos machen, wie ich den Topf ausschlecke!“, sagte die Seniorin und schrabbte mit dem Zeigefinger die letzten Reste der Marmelade raus. Sie grinste und schaute mit großen Augen in die Kamera. Wie schade, dass die Bilder nicht zur Veröffentlichung gedacht sind. Aber die Damen aus dem Betreuten Wohnen sind ja nicht von gestern. Da existieren Tablet und Smartphone und die erste Mailadresse wurde mir schon zugetragen, um die Bilder hinschicken zu können. Wir schaffen jetzt nämlich im Doppelpack, der Mann der mir den Rücken freihält, und ich. Zuhause probierte ich schon mal im Voraus, was rasch und unkompliziert mit verschiedenen Gruppen durchzuführen ist. Zwetschgenmarmelade zum Beispiel. Anstatt – so wie es sich gehört – stundenlang die Zwetschgen zu einem dicken Mus zusammenzukochen, geht das auch per Mogelpackung. Die Zwetschgen einfach mit Apfelsaft (wahlweise Rotwein) weichkochen, pürieren und mit Gelierzucker aufkochen lassen, fertig. Das duftet schon während des Kochens verführerisch, und wenn dann die ersten Schleckversuche mit den Resten getätigt werden, kommt das „Mhhhh“. Die Damen schnippelten, erzählten von früher, von Powidl…
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"Radislaei" - ein Kind hat den Radieschentopf beschriftet

Alles im Topf!

Kinder sind die besten Coaches. Da hab ich zwar in der Vorbereitung zu „Tomaten auf die Balkone!“ schön anschauliche Bildchen gemalt – aber der einführende Teil wurde dann doch so lang, dass er prompt in der Rückmeldung mit „langweilig“ kommentiert wurde. Botschaft angekommen, so geht’s nicht noch mal, versprochen 🙂 Aber: Es war eine erstaunlich große Runde heute. Dass einige Kinder kommen, das wurde angekündigt. Die 85jährige Seniorin, die trotz Regen losradelte, kam spontan. Sie hatte einiges zu erzählen: Wie sie seit Jahren ihre Samen selbst erntet („Früher hat man das immer so kompliziert gemacht mit Einweichen der Samen. Ach was! Dünn auf Papiertaschentücher legen, trocknen lassen. Zum Aussäen das oberste Papier abnehmen. In der Erde verrottet das. Viel einfacher!“). Dass Freunde ihr schon aus aller Welt Samen mitgebracht haben. Wie schnell die ausgegeizten Triebe im Wasser Wurzeln ziehen, gepflanzt werden können, und man so zu noch mehr Tomaten kommt. Wie sie ihre Sämlinge mit dem Wäschesprenger immer schön feucht hält. Da gab es zwar leicht protestierendes Gemurmel einer Seniorin ein paar Sitze weiter, aber…
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Allein(gelassen)

Ganz anderes Thema, aber es geht mir einfach im Kopf rum (monothematisches Bloggen hat also gerade mal zwei Blogposts lang geklappt). Gestern hatte ich zwei Gespräche mit Senior_innen, die Hilfe suchten. Allerdings brauchten sie etwas, das unsere Einrichtung nicht anbietet. Die Seniorin, die ihren demenzkranken Mann pflegt, saß dann weinend da – sie hatte die ganze Zeit allein durchgehalten und erst jetzt, wo sie keine Kraft mehr hat, die Krankenkasse um Rat gebeten, die ihr Adressen gab. Adressen von Einrichtungen, an die sie sich hinwenden kann – und dann stimmt das doch nicht. Der Senior der anrief, bat darum, dass jemand ein paar Mal in der Woche vorbeikäme. Er habe bisher alles alleine geschafft, aber jetzt müsse doch mal geputzt werden. Und es wäre schön, wenn man ab und zu für ihn koche. Und einfach nur sich mit ihm unterhält. „Können nicht Sie kommen? Sie haben so eine schöne Stimme“.